
Gleisnetz der Bergwerksbahn im Jahre 1990
Rückbauarbeiten gab es bei der Mansfelder Bergwerksbahn schon immer. Diese gingen jedoch in der Regel mit Neubauten von Strecken und Anlagen einher, die durch das Stilllegen bzw. Neuauffahren von Schachtanlagen und den sich ständig erweiternden Hüttenbetrieben erforderlich waren.
Mit dem Auserzen der Mansfelder Mulde und den damit verbundenen Betriebseinstellungen der hier abgeteuften Großschachtanlagen sowie der Rohhütte in Eisleben im Dezember 1972 wurde ein bedeutender Teil der Schmalspurbahn nicht mehr benötigt. Etwa 45 km Gleise wurden bald darauf abgebaut. Nur die Strecke von der Rohhütte Eisleben zur Rohhütte Helbra blieb bis Anfang der 1980-er Jahre liegen und wurde zum Abstellen von Fahrzeugen genutzt.
Zu diesem Zeitpunkt existierte vom damaligen Schmalspurnetz nur noch der Abschnitt zwischen Helbra und Hettstedt, mit einem Abzweig von Bocksthal zur Bahnwerkstatt in Klostermansfeld. Hier fand noch planmäßiger Zugverkehr statt. Das endgültige Aus für die Bahn kam mit der Wende und der Betriebseinstellung der Bessemerei der Feinhütte Hettstedt am 30. Dezember 1989. Bis dahin verkehrten noch Güterzüge, die Rohstein zwischen Helbra und Hettstedt sowie kupferhaltige Rückläufe nach Helbra transportierten. Ebenfalls zum Erliegen kam der schmalspurige Rangierverkehr im Bereich der Feinhütte Hettstedt. Der Rangierverkehr im Bereich der Rohhütte Helbra endete im Oktober 1990. Damit war der Betrieb auf der Mansfelder Bergwerksbahn beendet. Im Sommer 1991 begann in Helbra und Hettstedt die Gleisdemontage. Bespannt wurden die Arbeitszüge mit Diesellokomotiven des Typs V10C. Feinhüttenbereich Hettstedt:Im Hettstedter Feinhüttenbereich begannen die Abbauarbeiten ab der Bessemerei. Nachdem der Südteil der Kupfer-Silber-Hütte schmalspurfrei war, konnte das Streckengleis Bessemerei - Bleihütte bis zur Spurhütte entfernt werden. Von hier aus wurde die Demontage in Richtung Roll- und Rangierbahnhof fortgesetzt. Erhalten blieben einige Gleise des Personenbahnhofs (Kupferkammerhütte) und das Rampengleis des Zinkschrottlagerplatzes. Rohhüttenbereich Helbra:Der Helbraer Gleisrückbau begann parallel mit dem Hettstedter, ebenfalls an den Endpunkten der Schmalspurbahn. Da hier zwischen den einzelnen Ladestellenbereichen recht kurze Verbindungen bestanden, verlief die Demontage etwas zügiger. Als erstes entfernte man das letzte Reststück des Streckengleises zur Eislebener Rohhütte. Der Rollbahnhof, die Gleise an der Hochbunkeranlage und das Gleis an der alten Schlackenrampe, mit dem Zuführungsgleis ab Ofenhaus, schlossen sich an. Jetzt verließ man diesen Bereich und wandte sich dem Rätterdamm zu. Nachdem dieser abgeräumt, das Zuführungsgleis zum Rätter und das Krätzebunkergleis unterhalb des Dammes verschwunden waren, wurde das Gleis unter der Rohsteinbrecheranlage abgebrochen.
 Bahnübergang im Bereich der Hütte Helbra (1991) (1)
Eine Rückbaukolonne begann mit dem Abbruch der Zuführungsgleise vom Bahnhof ABH (August Bebel Hütte) zum Ofenhaus, Hüttenhof und Rohsteinbrecher. Danach wurde der Bahnhof ABH selbst zurückgebaut. Den Abschluss bildete das Gleis vom Bahnhof ABH zum Tennungsbahnhof Ernst-Schacht.
 Der Bahnhof Ernst-Schacht (Trennungsbahnhof) mit Stellwerk im Jahr 1991. Hier trennten sich die Strecken zur Hütte Helbra und zur Hütte Eisleben. (2)
Die zweite Rückbaukolonne fing am Bahnhof Ernst-Schacht mit ersten Demontagearbeiten an und setzte diese auf der freien Strecke in Richtung Bocksthal fort. Am Bahnhof Bocksthal blieb ein Teilstück vom Streckengleis aus Richtung Helbra erhalten. Als die Rückbauarbeiten auf der freien Strecke beendet waren, kehrte die Kolonne zum Bahnhof Ernst-Schacht zurück und riss die letzten Gleise im Raum Helbra ab.
 Der Streckenplan der Museumsstrecke
Der Text dieses Berichtes konnte der Zeitschrift "Modelleisenbahner" (Jahrgang 1992) entnommen werden.
(1) Foto: Christian Brünig (2) Foto: John Henry Deterding
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