
Mansfeldlok Nr. 7 im Bahnhof Hettstedt Kupferkammerhütte (1992) (1)
Das Entstehen der Mansfelder Bergwerksbahn hängt unmittelbar mit dem Abbau von Kupferschiefererz in der Mansfelder Mulde zusammen. Das hier seit 1199 geförderte Erz wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in so großen Mengen abgebaut, dass herkömmliche Transportmittel für die Beförderung von den Bergwerken zu den Hütten nicht mehr ausreichten.
Daraufhin wurde 1880 eine Bahn in 750mm Spurweite zwischen der Kupferkammerhütte und dem Glückhilf-Schacht (bei Welfesholz) in Betrieb genommen. Im Jahr 1882 fuhren auch die ersten Personenzüge auf der Bergwerksbahn.

Die Halde des Glückhilf-Schachtes, welcher 1880 an die Bergwerksbahn angeschlossen wurde. (2008)

Der Ort Welfesholz verfügte auch über einen Haltepunkt an der normalspurigen
Halle-Hettstedter-Eisenbahn. Hier fuhr im Jahr 2002 der letzte Zug. (2008)
Bis 1883 waren alle Schächte, Hütten, sonstige Betriebe und die Staatsbahnhöfe Hettstedt und Mansfeld (heute: Klostermansfeld) an die Bergwerksbahn angeschlossen. Damals führte die Hauptstrecke zwischen Hettstedt und Eisleben noch über Leimbach und Mansfeld.
Im Jahr 1924 folgte mit dem Lückenschluss zwischen Siersleben und Zirkel-Schacht die östlich gelegene Verbindung zwischen Mansfeld und Hettstedt. Damit erreicht die Mansfelder Bergwerksbahn mit etwa 100 Kilometer Streckenlänge die größte Ausdehnung.
1932 wird die alte Strecke über Leimbach stillgelegt und abgebaut.
Im Jahr 1969 endete die Förderung im letzten Mansfelder Schacht (Brosowski). Daraufhin wurde ein Jahr später der Personenverkehr eingestellt. Nachdem 1972 die Hütte in Eisleben geschlossen wurde, endete auf der Strecke von Eisleben nach Helbra der Zugverkehr. Die Gleise blieben aber noch bis in die 1980-er Jahre liegen.

Lok 7 verlässt in den 1980er Jahren den Bahnhof Ernst-Schacht in Richtung Rohhütte. (2)
Zuletzt verkehrten noch täglich vier dampfbespannte Güterzüge zwischen Helbra und Hettstedt. Die offizielle Einstellung des Betriebes erfolgte zum 31.12. 1989. Danach rollten noch gelegentlich Bedarfsgüterzüge zur Entsorgung der einzelnen Betriebsteile. Am 26.05.1990 verkehrte der erste Traditionszug auf der Strecke.
Der Schwerpunkt in heutiger Zeit liegt im Ausbau des Bahnhofs Hettstedt Kupferkammerhütte zum Museumsbahnhof, dem teilweisen Wiederaufbau der Strecke von Bocksthal nach Helbra, der Wiedereinrichtung des Bahnhofes Zirkelschacht und dem Aufbau eines Haltepunktes am Paradies. Diese Aktivitäten sind für die nächsten Jahre geplant bzw. schon in Arbeit.
(1) Foto: John Henry Deterding
(2) Foto: Andreas Bärwald